Der Februar steht ganz im Zeichen des Safer Internet Month. Unter dem internationalen Motto „Together for a better Internet“ setzen Unternehmen, Vereine und Organisationen zahlreiche Aktionen um, die für einen bewussten, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren. Dabei geht es um viele unterschiedliche Aspekte – von Datenschutz über Cybermobbing bis hin zu Chancen und Risiken digitaler Plattformen.
Auch in den Einrichtungen des Verein Wiener Jugendzentren wird Safer Internet zum Thema gemacht. Heuer haben 13 Einrichtungen verschiedene Aktionen im Jugendzentrum, im öffentlichen Raum oder online gesetzt.
Gaming und digitale Spiele sind längst fixer Bestandteil der Lebenswelt junger Menschen – und damit auch ein wichtiges Thema in der Jugendarbeit. Jugendarbeiter:innen setzen sich dabei nicht nur mit beliebten Spieleplattformen wie Roblox auseinander, sondern beleuchten digitale Spiele insgesamt aus medienpädagogischer Perspektive. Zum Beispiel hat sich Yasin von Back on Stage 10 mit der Spieleplattform Roblox beschäftigt, mehr dazu hier. Auch sein Kollege Philippe sieht viele Chancen und Risiken in digitalen Spielen, davon erzählt er hier.

Ein anderer Ansatz beim Gaming sind kooperative Spiele, welche soziale Kompetenzen fördern können und dabei Interaktion und Zusammenarbeit stärken. Niko vom Jugendzentrum Rennbahnweg berichtet in diesem Blogbeitrag, wie man Gaming im pädagogischen Kontext nutzen kann.
Zu den klassischen Methoden im Safer Internet Month gehören die beliebten Kahoot-Quizze, wo Jugendliche auf spielerische Weise z.B. Fragen zu Fake News und Bildern beantworten müssen. Im Jugendzentrum Marco Polo wurde beispielsweise die Disco mit Beamer genutzt, um der Zielgruppe unterschiedliche Videos zu zeigen, die teilweise mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurden. Die Jugendlichen sollten dann erraten, welches Video echt ist, und welches nicht. Bei der gemeinsamen Videoanalyse diskutierten sie darüber, wie man künstliche Bilder und Videos erkennt und warum es wichtig diese Kompetenz auszubauen.
Bei den wöchentlichen Gesprächsrunden in Einrichtungen wie JUST Wienerberg, BasE20 und flash Mädchen*café waren Jugendliche eingeladen, sich mit dem Thema Hass-Kommentare im Netz und Datenschutz zu beschäftigen. Im „Wohnzimmer“ der Jugendzentren sprechen die Jugendarbeiter:innen mit den Jugendlichen über ihr Online-Nutzungsverhalten und die Nutzung von KI-Apps. Im niedrigschwelligen Setting hatten Jugendliche den Raum ihre Fragen und Bedenken zu äußern und dabei im Austausch mit den Jugendarbeiter:innen zu diskutieren.
Ebenso beliebt sind Aktionen wie der „Digitale Frühjahresputz“ im Jugendzentrum come2gether, wo gemeinsam Apps und Personen, denen man folgt, aussortiert werden. Beim Handy-Detox im Jugendtreff Arthaberbad wurden Jugendliche herausgefordert ihr Handy für 1,5 Stunden abzugeben – wer es schafft, bekommt eine Portion Pommes.
Auch in der Online Jugendarbeit wurde der Aktionsmonat aufgegriffen. Auf Instagram und TikTok thematisieren die Jugendarbeiter:innen auf ihren Kanälen den Safer Internet Month durch Service-Postings und Stories, wie bei 19KMH und dem Jugendtreff Sonnwendviertel. Mittels der Instagram-Slides posten die Teams wichtige Informationen zu diversen Datenschutzeinstellungen.
Die Safer Internet-Themen wurden auch medienpädagogisch begleitet: Das Team vom Jugendtreff Eleven nutzte die aktuelle Debatte zum Social-Media-Verbot für Jugendliche, um sich darüber auszutauschen und gemeinsam zu reflektieren, etwa in der Burschen*runde. Da entstand auch die Idee einige Interviews im Podcast-Style aufzunehmen, um Jugendliche zu fragen was sie über das Verbot denken, ob es Vor- oder Nachteile hat und wie sie ihre Freizeit dann gestalten würden.
Auch das Mobilen Team 2 und der Jugendtreff Arthaberbad haben gemeinsam mit Jugendlichen Social Media-Content produziert, um für den Safer Internet Month zu sensibilisieren. In einem Sketch haben zwei Jugendliche dargestellt, dass es eine Straftat ist, Nudes (Nacktbilder) von anderen Personen zu versenden. Insgesamt hat das Video auf den Kanälen vom Mobilen Team 2 einige tausend Aufrufe generiert. Die Jugendarbeiter:innen vom Jugendtreff Arthaberbad haben gemeinsam mit Kids auf humorvolle Weise in einem TikTok-Video gezeigt, wie wichtig es ist Online-Nachrichten zu hinterfragen. Sie verweisen u.a. auf Quellen wie mimikama.
Umgekehrt nutzt das Team vom Jugendzentrum Strebersdorf den Safer Internet Day, um am wöchentlichen Grätzltag den erwachsenen Besucher:innen KI etwas näher zu bringen. Jede Person brachte eine Zutat von daheim mit, ohne sich vorher mit den anderen abzusprechen. Anschließend formulierte die Gruppe gemeinsam einen Prompt, in dem sie die gesammelten Zutaten einfügten, um herauszufinden, was man daraus am besten kochen könnte. „Das Schreiben des Prompts war besonders lustig. ChatGPT schlug mehrere interessante Rezepte vor“, erzählt Leitung Moni Rinner. Nach kurzer Diskussion wurde entschieden, indisches Linsencurry mit Kartoffeln, Reis und Orangenspalten zu kochen.

„Beim Essen tauschten wir uns darüber aus, wofür KI hilfreich sein kann und wo auch Ängste oder Bedenken bestehen. So verband der Nachmittag praktisches Ausprobieren mit einer spannenden Diskussion über Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz“, fasst Jugendarbeiterin Babsi den Nachmittag zusammen.
Weiteren Beiträge zum Safer Internet Month der letzten Jahre findest du hier:
Das war der Safer Internet Month 2022! | Verein Wiener Jugendzentren
#SID2026AT