Seit zwei Jahrzehnten bietet das Jugend- und Stadtteilzentrum come2gether vielfältige Angebote für Kinder, Jugendliche und das Gemeinwesen. Die Jugendarbeit im 3. Bezirk hat sogar eine noch längere Tradition. Das wurde am 16. Oktober mit einem großen Fest gebührend gefeiert.

Gemeinderätin Patricia Anderle, come2gether-Leiter „Mozart“, Moderator Marcel und Jugendzentren-Geschäftsführerin Manuela Smertnik beim Anschneiden der Jubiläumstorte
Im April 2006 öffnete das come2gether an der Ecke Baumgasse/Schlachthausgasse seine Türen und ist seither ein Ort der Begegnung sowie ein wichtiger Bestandteil des Bezirks. Das zeigt sich vor allem in der Vielfältigkeit der Betriebe, die im Jugendzentrum angeboten werden, und den unterschiedlichen Gruppen, die sich hier regelmäßig treffen. Neben den „klassischen“ Angeboten für Kinder und Jugendliche gibt es beispielsweise zusätzliche Lernhilfe für Schüler:innen und ein Frauen*café, ein wichtiger Baustein der gemeinwesenorientierten Arbeit. Zudem nutzen derzeit elf verschiedene Gruppen den großen Saal der Einrichtung, vom selbstorganisiertem Jugendtanztraining über Selbstverteidigungskurs bis hin zur Jongliergruppe.
Beim Jubiläumsfest am 16. Oktober kamen dementsprechend viele Leute zum Feiern. Auf die Kleineren warteten viele abwechslungsreiche Mitmachstationen wie Kinderschminken, Soccerbox oder ein Kletterturm. Bei einer Fotowand im Jugendcafé konnten vor allem die Stammgäste gut in Erinnerungen schwelgen und Geschichten austauschen. Die DJs kümmerten sich indes um die passenden Vibes, für Essen und Trinken war natürlich auch gesorgt.


Im großen Saal wurde ein beeindruckendes Bühnenprogramm auf die Beine gestellt. Von Kindertanztheater, über Zirkusshow bis Live-Musik – für alle war etwas dabei. Für ein absolutes Highlight sorgte am Abend das Hip-Hop-Duo EsRAP, die früher selbst gern in Jugendzentren unterwegs waren und mit ihren Songs ordentlich einheizten.
60 Jahre Jugendarbeit im Bezirk
Jugendarbeit gibt es im 3. Bezirk bereits seit über 60 Jahren. Im Dezember 1959 wurde in einem Gemeindebau in der unmittelbaren Nähe des heutigen come2gether das „Kulturelle Jugendzentrum Erdberg“ in der Gestettengasse eröffnet. Geplant als Jugendhort, entwickelte es sich zu einem Haus der verbandlichen Jugendarbeit und wurde in den 70er Jahren ein Teil des Verein Wiener Jugendzentren. Aus einer Fusion mit der Einrichtung „Frauen aktiv“ entstand vor 20 Jahren das Jugend- und Stadtteilzentrum come2gether an der Ecke Baumgasse/Schlachthausgasse.

Vielfältige Angebote und Schwerpunkte
Das Team des Jugendzentrums beschreibt sich selbst gerne liebevoll als „eierlegende Wollmilchsau“ auf drei Ebenen. Im Erdgeschoss gibt es einen großen Cafébereich, in dem z.B. Koch- und Kreativaktionen angeboten, Brett- und Kartenspiele gespielt oder Gespräche geführt werden. Im Keller gibt es den geräumigen Veranstaltungssaal, der unter anderem als Disco, für Musik- und Theaterauftritte oder für Spiel und Sport genutzt werden kann. Im oberen Stock stehen Lern-, Gruppen- und Medienräume zur Verfügung, darunter auch ein Tonstudio, in dem Jugendliche an ihren eigenen Songs feilen können.
Einen intensiven Medienschwerpunkt gibt es im come2gether seit jeher. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt man sich viel mit Musik, Foto und Video. So entstehen regelmäßig tolle Beiträge für CU media, eine medienpädagogische Einrichtung des Vereins, und andere spannende Projekte. In den vergangenen Jahren wurden gleich zwei ihrer Medienprojekte mit dem Österreichischen Jugendpreis vom Bundeskanzleramt ausgezeichnet, zuletzt für das Projekt Faktenchecker im Jahr 2021.

Neben der alltäglichen Arbeit hat das Team vom come2gether im Laufe der Jahre gemeinsam mit Partner:innen einige nennenswerte Aktionen und Projekte auf die Beine gestellt. Die Aktion „Für Menschen, die es brauchen“ war etwa ein Vorläufer der Sozialmärkte und unterstützte armutsgefährdete Familien mit Lebensmitteln, die gemeinsam mit Zielgruppen vor Supermärkten gesammelt wurden. 2015 wurde in Zusammenarbeit mit den Kinderfreunden unter Mithilfe weiterer Organisationen das Projekt „connect.erdberg“ ins Leben gerufen, um jugendlichen Flüchtlingen im Camp Erdberg Bildungs- und Freizeitaktivitäten zu bieten und damit einen Funken Perspektive zu geben.