Kinder und Jugendliche, Lehrende und Direktor:innen verbringen viel Zeit in der Schule. Und auch Eltern oder Erziehungsberechtigte sind mit den Schulen ihrer Kinder und deren Schulalltag eng verwoben. Mit dem Programm „Respekt: Gemeinsam stärker“ gibt es intensive und maßgeschneiderte Unterstützung an und für Schulstandorte. Im Schuljahr 2025/2026 fand der vierte Durchgang des Programms statt und wurde am 18. Juni im Festsaal des Wiener Rathaus gefeiert. Unter den Besucher:innen der Abschlussveranstaltung zählten Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling, Stadträtin Elke Hanel-Torsch und Jugendzentren-Geschäftsführerin Manuela Smertnik.

Beim Abschlussfest im Festsaal gab es viele besondere Momente: Respekt-Team Anja Gerhartl und Susanne Sulig führten durch das Programm und blickten zuerst auf das letzte Schuljahr zurück. Im Schuljahr 2025/26 gab es 5.121 Schüler:innen-Kontakte in insgesamt 247 Workshopeinheiten zu verschiedenen Themen sowie 412 Lehrenden-Kontakte in 52 Fortbildungen. Die eingemeldeten Themen seitens der Schulen waren unter anderem Mobbing, Gewalt oder Diskriminierung aus religiösen oder sexuellen Motiven, sowie Klassenzusammenhalt aber auch der Umgang miteinander. Einige Stimmen von Schüler:innen und Lehrenden wurden in einem Video zusammengefasst und auf der großen Leinwand gezeigt:
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Im Anschluss wurden die zehn teilnehmenden Schulen mit Urkunden zu "Respekt-Schulen" ausgezeichnet. Die Urkunden wurden dabei von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling, Stadträtin Elke Hanel-Torsch und dem Schulqualitätsmanager Horst Tschaikner übergeben. Ein großes Highlight war das Theaterstück von Schüler:innen, welches sie mit Hilfe des Vereins Cocon geschrieben und aufführten.
Ebenfalls mit dabei war Singer-Songwriterin Virginia Ernst und Schauspieler Faris Rahoma. Die beiden Respekt-Botschafter:innen haben das Programm begleitet und sich an den Schulen für Offenheit, Zusammenhalt und Respekt stark gemacht. Schauspieler Faris Rahoma war Teil des Theaterstückes, während Virginia Ernst zwei Songs als musikalischen Abschluss performte.

Von links nach rechts: Respekt-Leitung Anja Gerhartl, Schulqualitätsmanager Horst Tschaikner, Stadträtin Elke Hanel-Torsch, Schüler:innen und Lehrer der MS Schopenhauerstraße, Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling

Schüler:innen zeigten ihr Talent als Schauspieler:innen im Festsaal
Das Erfolgsprogramm „Respekt: Gemeinsam stärker“ wird ausgebaut und im Herbst fortgesetzt – an zehn weiteren Schulen im nächsten Schuljahr.
„Dass wir ‚Respekt: Gemeinsam stärker' weiter ausbauen, zeigt, wie wichtig dieses Programm für unsere Schulen ist und wie gut es an den Standorten ankommt. Es bringt Unterstützung direkt dorthin, wo sie gebraucht wird, in die Klassenzimmer. Es geht dabei um mehr als Gewaltprävention, es geht um Zusammenhalt, gegenseitige Anerkennung und einen selbstverständlichen Umgang mit Vielfalt. Das ist die Grundlage für ein gutes Miteinander an unseren Schulen. Mein Dank gilt allen, die das möglich machen, den Schulen, den Lehrenden und den Expert:innen der Jugendarbeit, und ganz besonders den Schüler:innen, die sich mit so viel Engagement einbringen,“ betont Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling.

Ein wichtiger Teil des Programms: die Kooperationspartner:innen
“Im Theaterpädagogischen Workshop wurden nicht nur Teamgeist und Zusammenhalt gestärkt, sondern auch individuelle Stärken sichtbar. Besonders bemerkenswert war, dass bei dem einen oder anderen Kind bisher verborgene schauspielerische Talente zum Vorschein kamen, die sowohl die Gruppe als auch die Lehrkräfte positiv überraschten. Gerade für diese Klasse war der Workshop von besonderer Bedeutung, da viele der Kinder im schulischen Alltag häufig hören, was sie noch nicht können oder woran sie arbeiten müssen. Im Theaterworkshop hingegen standen ihre Fähigkeiten, ihr Mut und ihre Kreativität im Mittelpunkt. Die Kinder erhielten viel positives Feedback, was ihr Selbstvertrauen stärkte, und ihnen zeigte, dass sie über wertvolle Kompetenzen verfügen.”, so lautet das Feedback einer Lehrperson an einer Schule im 10. Wiener Gemeindebezirk, die in diesem Schuljahr Teil des „Respekt-Programmes“ war.
Das Ziel vom „Respekt: Gemeinsam stärker“ ist damit benannt: Schulen werden, begleitet durch externe Expert:innen und für die Schule maßgeschneiderte Angebotsprogramme, zu Orten des Respekts, an denen Angst und Gewalt keinen Platz haben und an denen der Schulalltag von einer Haltung gegenseitiger Anerkennung und Akzeptanz geprägt ist.
„Respekt ist das Um und Auf für das soziale Miteinander in unserer Gesellschaft. Mit dem Projekt „Respekt - Gemeinsam stärker“ setzen wir bereits in der Schule an. Also an einem Ort, an dem auch das Zusammenhalten außerhalb des Elternhauses erlernt wird. Wien ist die Stadt der Mädchen* und Frauen*. Es muss für alle Mädchen* möglich sein, ihre eigenen Wege zu gehen, Möglichkeiten zu ergreifen und aus Chancen zu wählen. Dafür ist es umso wichtiger, dass der zwischenmenschliche Respekt auch geschlechterübergreifend jederzeit gelebt wird.“, so Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch.
Eine wichtige Säule des „Respekt-Programmes“ ist unter anderem die Stärkung von Lehrenden durch die Vermittlung von Interventionsmöglichkeiten und Methoden für alltägliche Herausforderungen im Schulalltag. Ein gutes Beispiel hierfür sind jene Fortbildungen, welche konkretes Handwerkzeug vermitteln, um Konflikte im Klassenzimmer zu moderieren, Mobbing zu stoppen und präventiv zu verhindern.
Auch für die Schüler:innen gab es zahlreiche Angebote, sich mit Gewaltprävention, Konflikten, Abwertungen, Streit und Mobbing auseinanderzusetzen.
“Der Workshop hat uns mal dazu gebracht auch über andere Dinge nachzudenken als Schule und Noten. Sie haben kreative Ideen gehabt und es hat auch Spaß gemacht!” und “Mir hat das Spielen Spaß gemacht und ich habe gelernt, wie man ein Streit löst.”, meldeten zwei Schüler:innen nach einem Workshop zu Gewaltprävention zurück.
Neben klassischen Fortbildungs- und Workshopformaten für Lehrende und Schüler:innen setzt das Programm auf erlebnispädagogische und kreative Angebote, welche soziales Lernen, Selbstwertgefühl, Gruppendynamiken und Kooperations-, sowie Kompromissfähigkeit fördern.

Der Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer, Gleichberechtigung, Akzeptanz unterschiedlicher Lebensweisen und Identitäten sind an jeder Schule Thema und daher auch zentral bei „Respekt: Gemeinsam stärker“.
„Wiener Schulen sind Orte des Lernens und des respektvollen Miteinanders. Kinder und Jugendliche erlernen hier, dass Vielfalt eine Stärke ist und Konflikte konstruktiv gelöst werden können. Das Programm „Respekt- Gemeinsam stärker“ setzt kinder- und jugendlichengerecht in den Schulen an und stärkt Schülerinnen und Schüler, Pädagoginnen und Pädagogen gleichermaßen. Ich freue mich, dass dieses erfolgreiche Angebot im kommenden Schuljahr an weiteren Wiener Schulen fortgesetzt wird“, betont Bildungsdirektorin für Wien Elisabeth Fuchs.
Da das „Respekt-Programm“ Schule als Gesamtsystem betrachtet, werden auch Eltern mit Angeboten adressiert. In diesem Durchgang gab es unterschiedliche Formate für Eltern, wobei die Bekanntmachung von Unterstützungseinrichtungen im Bezirk oder darüber hinaus im Fokus stand.
“Durch die standortspezifischen Angebote und Befragungen zu Beginn des Schuljahres kann das Respekt Programm genau da ansetzten, wo es am dringendsten benötigt wird. Ich freue mich sehr, dass wir mittlerweile 40 Schulen in ganz Wien unterstützen konnten. Gesellschaftliche Herausforderungen, Krisen und Kriege fordern Kinder und Jugendliche – wir unterstützen, wo es geht. Schöne gemeinsame Erlebnisse und lustvolles Tun stellt Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt. Vielfalt ist eine Ressource, die es zu nutzen gilt.”, so Programmleitung Anja Gerhartl vom Verein Wiener Jugendzentren.

Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es „Respekt: Gemeinsam stärker“ ein Anliegen, die Jugendeinrichtungen im jeweiligen Bezirk eng mit der Schule zu vernetzen, um eine umfassende Begleitung junger Menschen in ihrem Heranwachsen zu sichern. Umso erfreulicher ist es, dass die meisten Schulen diese Vernetzung sehr begrüßten und eine anhaltende Zusammenarbeit mit den Jugendeinrichtungen anstreben.
Nach erfolgter Evaluierung wird das „Respekt-Programm“ mit 10 neuen Schulen im Schuljahr 2026/27 fortgesetzt. „Respekt: Gemeinsam stärker“, bleibt das Motto.