suchen

Wähle deinen Bezirk aus

26. September 2017

Sei kein Fisch im Netz!

In den Semesterferien 2017 fand im 5erHaus die Aktionswoche „Sei kein Fisch im Netz!“ zum Thema Spiel, Spaß und Sicherheit im Netz statt. Neben unserer Motivation am Jahresschwerpunkt zu arbeiten und dem hohen Informationsbedarf seitens der Zielgruppe gerecht zu werden, haben wir uns dem Safer-Internet Aktionsmonat im Februar angeschlossen und wurden dafür prämiert – von 260 eingereichten Projekten haben wir einen von fünf Preisen gewonnen…hüstel hüstel :)

Das Programm, welches täglich zwischen 15 und 19 Uhr in unterschiedlichen Räumlichkeiten im Haus angeboten wurde, entstand in Kooperation mit dem wienXtra-medienzentrum und reichte von nützlichen Fakten zum Internet am Infostand über spannende Blog- und Photoshop-Workshops bis zum interaktiven Gestalten in den Video- und Audiostudios. Als Anlass für diese Aktionswoche nahmen wir die aktuellen Themen und Problemfelder der Teenies und Jugendlichen im Umgang mit dem Web im besonderen Zusammenhang mit Social Media.

Mobbing oder Stalking, Fake News und Fake Profile sind unvermeidliche „Begleiter“ im virtuellen Raum, die auf Jugendliche und deren Umfeld einen beachtlichen sozialen Druck ausüben können und denen junge Internet-User_innen oft ausgesetzt sind. Im aktuellen soziopolitischen Kontext bedeutete das auch eine Auseinandersetzung mit Hasspostings und Gerüchten sowie Radikalisierung und Peer-Pressure im Netz. Da wir mit „Sei kein Fisch im Netz!“ auch jüngere Teilnehmer_innen ansprechen wollten, wurden die Workshops und Stationen zugleich spielerisch und informativ gestaltet. Zu den Aktivitäten zählten Online und Offline-Aktionen, die zum Ziel hatten, die kritische Wahrnehmung von jungen Internet-Usern und -Userinnen in Bezug auf Webinhalte und virtuelle Kommunikationsansätze zu stärken. Wichtig war dabei auch der Blick von außen: Wie sehen mich die anderen, wie versuche ich mich darzustellen oder Aufmerksamkeit zu erregen? Schließlich wurde auch die rechtliche Lage von Drohungen und Mobbing angesprochen und Möglichkeiten aufgewiesen, wie man sich gegen solche schützen kann.

Durch den kreativen Ansatz der Workshops (siehe Fotoworkshop Ideal&Illusion, City Sounds, Maker etc.) wurden den Teilnehmer_innen nicht nur Hintergrundwissen und Tricks der Mediengestaltung aufgezeigt und greifbar gemacht, sondern auch alternative Handlungs- und Ausdrucksmöglichkeiten im Netz präsentiert. Um den Teilnehmer_innen der Aktionswoche ein möglichst breites Spektrum an Informationen und Aktivitäten bieten zu können, wurde anfangs allen ein Wochenpass ausgehändigt. Ein USB-Stick mit den wichtigsten Informationen und Links zum Thema „Sicher Surfen im Netz“ sollte allen, die mitmachten, als Anreiz dienen, die Stempelkarte möglichst komplett auszufüllen und ausreichend Wissen und Erlebtes am Ende der Woche mit nach Hause zu nehmen.

 

Auswahl an Aktivitäten

Täglich fanden in den Räumlichkeiten des 5erHauses gleichzeitig unterschiedliche Aktionen&Workshops
statt:

Ideal&Illusion
Jugendliche werden mit einer professionellen Kamera vor einem Greenscreen portraitiert und dürfen nach ihren eigenen Wünschen ihr Abbild mit Hilfe von Photoshop und der Betreuer_ innen verändern. Es werden sowohl Gesichtszüge, Frisuren, der Hautteint sowie Hintergründe und Kleidung verändert, um das Ausmaß der Verschönerung, also demnach auch der Manipulation durch die Software zu Präsentationszwecken im Internet, aufzuweisen und kritisch betrachten zu können. Die Fotos werden im Raum aufgehängt (Vorher-Nachher-Prinzip) und die Jugendlichen können sich die Fotos auch mitnehmen.

face2face
Wie kann man Positives und/oder Negatives zueinander sagen, wenn man sich tatsächlich gegenüber sitzt und nicht im Chatroom?

Kahoot-Quiz
Thema Internet/Social Media/Verantwortung… Mittels Smartphones, Laptop und Beamer tritt eine Gruppe von Teenies oder Jugendlichen gegeneinander im Wissensquiz an: Wer kennt sich gut im Netz aus? Was können Konsequenzen von Cybermobbing sein? Wie reagiere ich auf Fake News oder Bullying? Dies und andere wichtige Informationen werden anhand von 10 bis 15 Fragen, die vorher im Team erstellt wurden, beantwortet und anschließend diskutiert

Blog-Workshop
Mit einer Blog-Expertin wurde in einer Mädchenrunde zum Thema Bloginhalte und Webpage diskutiert und anschließend ein gemeinsamer Blog erstellt.

Teens Talk
In Kooperation mit dem wienXtra-medienzentrum wird mit fünf Jugendlichen und einem Moderator ein Podcast aufgenommen. Jugendliche äußern sich zum Erlebten während der Aktionswoche und diskutieren über ihre Erfahrungen im Netz.

City-Sounds
Mit einer Gruppe von musikinteressierten Jugendlichen wurden Geräusche und Stadtlärm mittels Aufnahmegerät eingefangen und anschließend in einem Audioprogramm zu einem Lied verarbeitet. Wie kann ich mir selbst ein Ton-Archiv von alltäglichen Umgebungsgeräuschen zusammenstellen, wie kann Realität anders als nur optisch wahrgenommen und verarbeitet werden? Welche kreativen Möglichkeiten, z.B. gratis Sounds und kostenlose Schnittprogramme bietet das Netz und wie kann ich mich anders als über Chats und Fotos darin ausdrücken..?Fake-Profil
Erstelle ein fiktives Profil im Netz (hier: Facebook) unter Wahrung der Prinzipien der Anonymität (keine personenbezogenen Angaben) und beginne eine Unterhaltung mit anderen. Nach dem Experiment wird das Profil gelöscht.

Bildgeschichten
Theaterworkshop mit Fotostory, Szenen darstellen und Bildbearbeitung, Thema: Mobbing

Maker
Roboter und bewegbare Konstrukte mittels einfacher Elektronik und Mechanik bauen. Die Ergebnisse filmen und hochladen.

Gerüchteküche Eigenversuch
Auf der hauseigenen Facebook-Seite wird der bald bevorstehende Abriss des Jugendzentrums angekündigt, da anscheinend eine riesige Primark Filiale an diesem Ort entstehen soll..! Reaktionen der Jugendlichen werden analysiert und kommentier t, schließlich wird der Hoax aufgelöst.

Infostand
Statistiken aus dem Netz, Social Media Unternehmen und ihre Reichweite, Grenzüberschreitungen und rechtliche Grauzonen im Internet, Definitionen von Cybercrimes

Unsere Eindrücke

Die Aktionswoche „Sei kein Fisch im Netz!“ ist auf hohe Resonanz sowohl unter den Teenies als auch den Jugendlichen gestoßen. Durch das breitgefächerte Angebot konnten verschiedene wichtige Themen zur Sicherheit im Netz angesprochen werden, besonders der kreative Ansatz bot einen spielerischen Zugang zu einem sonst sehr ernstzunehmenden Bereich des virtuellen Alltags der Kids. Es erfolgte eine spürbare Sensibilisierung der Zielgruppe, welche sehr gut auf den vorhin schon erwähnten spielerischen Zugang reagierte: Problemfelder, Hinweise und Verbote hinsichtlich der Gefahren im Internet wurden ohne erhobenen Zeigefinger übermittelt, die Jugendlichen konnten sich auf individuelle Art mit den vermittelten Inhalten auseinandersetzen und etwas für sich mitnehmen.

Zum jetzigen Zeitpunkt können wir ein verstärktes Interesse der Jugendlichen an einem sicheren Umgang mit persönlichen Daten, Fotos und Filmen sowie Informationen im Netz feststellen. Als Betreuer_innen bekommen wir eine spürbare Wertschätzung unserer Besucher_innen, sich mit diesem Thema aus dem Standpunkt von Erwachsenen auseinandergesetzt zu haben. Dabei war es für uns wichtig, die Medienkompetenz der Jugendlichen zu stärken und ihnen zu vermitteln, dass Selbstvertrauen und gegenseitige Wertschätzung – sowohl offline als auch online – einen hohen Stellenwert in der Kommunikation haben. Am meisten Spaß gemacht hat es, den Teilnehmer_innen des Projekts alternative Ausdrucksformen des virtuellen Raums zu vermitteln und sie durch das Aufweisen der tatsächlichen Gefahren des Internets ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse reflektieren zu lassen.

 

Wie geht´s weiter?

Die aus der Aktionswoche gewonnenen Erkenntnisse und das positive Feedback der Teilnehmer_innen ermutigten uns dazu, Elemente der Workshops noch mehr in das Tagesgeschehen einzubauen. Da wir von den Jugendlichen nach den Workshops öfters auf Sicherheit, geschützte Profile in den sozialen Netzwerken und Schönheitsideale und Darstellungen im Netz angesprochen worden sind, wird nun noch öfter zu Kamera und Tablet gegriffen, um sich kreativ im Jugendzentrum zu betätigen. Der gewonnene Preis von fünf Safer Internet-Workshop-Einheiten wurde vom 5erHaus-Team genutzt, um Updates zu den aktuellen Trends der Online-Jugend zu bekommen. Ob die morgen noch gültig sind, ist fraglich! Wir bleiben weiter dran! ;-)

5erHaus

Weitere Beiträge

{Name}

{Content}