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8. Dezember 2025

Digitale Spiele

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Digitale Spiele sind aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Ob am Smartphone, auf dem Schulweg, gemeinsam mit Freund:innen am Wochenende oder abends online im Chat – Gaming ist längst ein sozialer Treffpunkt geworden. Es wird gelacht, diskutiert, geplant und gestritten. Es geht um Spaß, Wettbewerb, aber auch um Gemeinschaft, Zugehörigkeit und das Ausprobieren von Rollen und Fähigkeiten. Genau deshalb wird das Thema auch für die Jugendarbeit immer relevanter.

Digitales Gaming in der Jugendarbeit

Jugendarbeit findet heute nicht mehr nur im Jugendzentrum oder beim Streetworken im öffentlichen Raum statt, sondern auch in digitalen Räumen. Wer junge Menschen wirklich erreichen will, muss ihre Lebenswelten kennen und dazu gehört eben auch die digitale Welt. Ein Grundverständnis für die Dynamiken, Chancen sowie Risiken digitaler Spiele hilft dabei, Jugendliche besser zu begleiten und neue Wege der Beziehungsgestaltung zu erschließen.

Wie in vielen Bereichen der Jugendkultur ist auch beim Gaming ein differenzierter Blick wichtig. Denn wo Chancen sind, gibt es auch Herausforderungen – und umgekehrt. Einseitige Bewertungen helfen hier wenig. Vielmehr geht es darum, das Phänomen ernst zu nehmen und sowohl Risiken als auch Potenziale konstruktiv in die pädagogische Arbeit einzubinden.

Chancen und Risiken (er)kennen

Einige der Herausforderungen liegen auf der Hand: Nicht alle Jugendlichen halten sich an die Altersfreigaben der Spiele (USK & PEGI). Sie können teilweise problematischen Inhalten wie Gewalt, sexistischen Darstellungen oder diskriminierender Sprache ausgesetzt sein. Einige Jugendliche verbringen zudem sehr viel Zeit mit dem Spielen, was zu Schlaf-, Schul- oder Beziehungsproblemen führen kann.

Smartphones mit Spielen

Hinzukommen In-Game-Käufe und Mikrotransaktionen in Form von sogenannten „Lootboxen“, die zu unreflektiertem Konsumverhalten und finanziellen Belastungen führen können. Gerade das Kaufen oder Erspielen von „Lootboxen“ gilt als eine Art des Glückspiels, da man nie weiß, wie wertvoll der Gegenstand ist, den man zieht. Sie bergen somit also auch eine erhöhte Suchtgefahr. Dies gilt es zu thematisieren und Jugendliche dafür zu sensibilisieren.

Gleichzeitig steckt im Gaming ein enormes Potenzial: In kaum einem anderen Bereich sind Jugendliche so engagiert, lernbereit und kreativ wie beim Spielen. Viele Games fördern Teamarbeit, strategisches Denken, Geduld und Reflexionsfähigkeit. Vor allem Multiplayer-Spiele bieten soziale Lernfelder. Es geht um Zusammenarbeit, Aushandlungsprozesse, Kommunikation und Fairness. Spiele wie Minecraft oder Roblox ermöglichen es Jugendlichen, eigene Welten zu erschaffen, Projekte umzusetzen und digitale Räume aktiv zu gestalten. Auch Inklusion gelingt hier oft besser als in anderen Bereichen – denn beim Zocken zählt nicht, wie jemand aussieht, spricht oder sich bewegt, sondern was gemeinsam erlebt wird.

Potenzial nutzen

In der Jugendarbeit können diese Potenziale gezielt genutzt werden. Sei es durch gemeinsame Gaming-Nachmittage, Turniere, Streaming-Events oder pädagogisch begleitete Projekte – der digitale Raum wird zum pädagogischen Handlungsfeld. Dabei geht es nicht nur darum „mitzuspielen“, sondern auch Räume für Reflexion zu schaffen: Über Inhalte, Spielverhalten, Emotionen und Gruppendynamiken. Hier werden die Jugendlichen als Expert:innen ernst genommen. Sie bringen ihre Erfahrungen ein, entwickeln Ideen und übernehmen Verantwortung.

Philippe, Mobile Jugendarbeit Back on Stage 10

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