
Wir als JUST Wienerberg möchten einen finanzpädagogischen Beitrag für unsere Zielgruppe leisten. Zentrale Fragen sind beispielsweise: Woher kommt Geld? Was ist Geld überhaupt? Und wie geht man sinnvoll damit um?
Was assoziieren Jugendliche mit Geld?
Mit den Jugendlichen standen vor allem die Themen Konsumverhalten, Sparen und Investieren im Mittelpunkt. Viele berichteten, dass sie zu Monatsbeginn häufig einen Großteil ihres Taschengelds oder Gehalts für Kleidung oder andere Konsumgüter ausgeben. In gemeinsamen Gesprächen reflektierten wir dieses Verhalten und diskutierten, wie man auch kleine Beträge bewusst einteilen kann. Ein besonderer Fokus lag auf dem Unterschied zwischen risikobehaftetem Investieren, zum Beispiel am Aktienmarkt, und dem hohen Verlustrisiko beim Glücksspiel oder Automatenspielen. Ziel war es, langfristiges Denken und den Aufbau von finanzieller Selbstbestimmung zu fördern.
So viel kostet das Leben wirklich
Ein weiterer Aspekt war, den Jugendlichen einen Einblick in reale Lebenssituationen zu geben – etwa welche Ausgaben auf sie zukommen, wenn sie eine eigene Wohnung haben oder eine Reise planen. Dabei wurde deutlich, dass viele Kosten im Alltag, wie Miete, Strom, Lebensmittel oder auch unerwartete Ausgaben, häufig unterschätzt oder gar nicht bedacht werden. Solche Gespräche halfen dabei, ein realistisches Bild von finanzieller Verantwortung zu entwickeln und zeigten, wie wichtig Planung und Überblick über Einnahmen und Ausgaben sind.
Der Wert des Geldes
Mit den jüngeren Kindern wurden ähnliche Inhalte kindgerecht aufbereitet. Viele gaben an, ihr Taschengeld für Süßigkeiten oder Getränke auszugeben, einige erhalten gar kein regelmäßiges Taschengeld. Um das Konzept von Geld und Wertschöpfung spielerisch zu vermitteln, führten wir ein kreatives Angebot durch: Die Kinder durften eigene Geldscheine gestalten, mit denen sie anschließend bei uns kleine Süßigkeiten „kaufen“ konnten. Das Spiel zog schnell Kreise – immer mehr Kinder wollten mitmachen und einen eigenen Schein basteln. Während manche viel Mühe in die Gestaltung legten, waren andere eher am schnellen „Erwerb“ der Belohnung interessiert. Dieses Verhalten regte spannende Gespräche über Wert, Aufwand und Gegenwert an und bot eine gute Gelegenheit, das Prinzip von Geld als Tauschmittel erfahrbar zu machen.
Die Erfahrungen, die wir bisher gesammelt haben, zeigten uns, wie wichtig und wirksam niedrigschwellige, lebensnahe Bildungsangebote zu Geld und Konsum sind und wie groß das Interesse der Kinder und Jugendlichen daran ist, wenn diese Themen alltagsnah und kreativ vermittelt werden.
Ersin, JUST Wienerberg
