suchen

Wähle deinen Bezirk aus

5. Februar 2026

Kooperatives Gaming

Content Bild

Videospiele haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zweifelsfrei zu einem immer größeren Phänomen der Popkultur entwickelt. Egal ob Pokémon, Fortnite, Minecraft oder die jährlichen FIFA-Titel, es gibt kaum Möglichkeiten, sich dieser rasant wachsenden Industrie zu entziehen, auch nicht im Jugendzentrum Rennbahnweg. Ganz besonders Kinder und Jugendliche sind fasziniert von den spielerischen Ausflügen in die digitale Welt, die ohnehin schon einen sehr großen Teil ihrer Lebensrealität einnimmt. So ist es auch keine Überraschung, dass sich Gaming zu einer eigenen jugendkulturellen Strömung entwickelt hat. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie und auch wie stark Videospiele die Lebenswelt unserer Zielgruppe beeinflussen. Der Zugang ist nicht zuletzt durch mobile Endgeräte nahezu pausenlos und überall möglich. Im Sinne einer professionellen Auseinandersetzung mit eben dieser Lebensrealität, ist es daher unumgänglich, dass sich die pädagogischen Mitarbeiter:innen des Vereins Wiener Jugendzentren mit Gaming beschäftigen.

Gemeinsam statt gegeneinander

Der tägliche Gaming-Alltag im Jugendzentrum Rennbahnweg beschränkt sich hauptsächlich auf FIFA und Tekken. Auch wenn hier mehr Games zur Auswahl stehen, sind dies die mit Abstand meistgespielten. Der Ansatz, den wir im Jugendzentrum verfolgen, ist der, dass möglichst niemand an einer Konsole allein spielen soll, weshalb wir Spiele, die nur für eine Person konzipiert sind, grundsätzlich nicht anbieten. Bei den oben genannten Spielen handelt es sich um kompetitive Titel, die den Fokus ganz klar auf den Wettbewerb zwischen den Spieler:innen setzen. Obwohl wir daran grundsätzlich nichts auszusetzen haben und der Zugang dazu ähnlich erfolgen kann, wie bei sportlichen Aktivitäten (Fairplay, Respekt, …), ist für uns vor allem ein anderer Ansatz spannend: Gaming ist nämlich auch kooperativ möglich.

Gaming im pädagogischen Kontext

Die Sparte der Koop-Games hat einige sehr interessante Titel hervorgebracht, die unserer Meinung nach für ein Jugendzentrum sehr gut geeignet sein können. Bei „Overcooked“ beispielsweise muss gemeinsam die Küche eines Lokals geführt und mit immer schwierigeren Rezepten die Kundschaft zufriedengestellt werden. „It Takes Two“ ist ein Spiel, das wie der Name bereits suggeriert, allein gar nicht spiel- bzw. schaffbar ist. Es braucht zwei Personen, die das Spiel gemeinsam spielen und bei Rätseln und Herausforderungen zusammenarbeiten. Diese und weitere Koop-Games sind eine spannende Möglichkeit, die Zielgruppe beim jugendkulturellen Phänomen Gaming abzuholen, aber gleichzeitig auch Zusammenarbeit, soziale Interaktion und das Erarbeiten von Lösungsstrategien zu fördern. Diese Verbindung zwischen pädagogischen Inhalten und der Lebenswelt der Zielgruppe halten wir für ein äußerst wirksames Tool für die tägliche Arbeit. Um diese Spiele aber sichtbar zu machen und aktiv in den Betrieb zu bringen, muss Gaming als Teil des pädagogischen Programms im Jugendzentrum angeboten, gefördert und gegebenenfalls auch betreut werden. Hier am Rennbahnweg haben wir sehr gute Erfahrungen mit dieser Art der Lebensweltorientierung machen können und möchten auch in Zukunft unseren Blick klar auf Gaming legen. Denn mit der wachsenden Bedeutung dieser Jugendkultur in der Gesellschaft, wächst auch ihre Bedeutung in der offenen Jugendarbeit stetig und unaufhaltsam.

Niko, Jugendzentrum Rennbahnweg

Weitere Beiträge

{Name}

{Content}