Zwischen Strapazen und neuen Gelegenheiten
Das Jugendzentrum Hirschstetten hat einige herausfordernde Monate hinter sich. Ende Oktober kam es in der Einrichtung zu einem Haustechnik-Brand, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde. Die Auswirkungen waren dennoch groß.
Als sich der Vorfall ereignete, haben wir als Team den laufenden Kinder-Club – basierend auf unseren Erfahrungen bei den jährlichen Evakuierungsübungen – rasch und effektiv evakuiert. Die Feuerwehr kam und löschte den Brand schnell, die Gefahr war gebannt. Die Arbeit für uns als Team vor Ort sollte sich in den kommenden vier Monaten aber wesentlich verändern. Der Schaden in den Büroräumlichkeiten und vor allem die nun ausgebrannten Stromleitungen forderten monatelange Sanierungsarbeiten und damit nicht zuletzt auch die Verwaltungsabteilung des Vereins, die uns von Beginn an tatkräftig unterstützt hat.
Information & Innovation

Schnell waren neue Ideen parat. Anfangs waren wir vor allem im ACTiN Park, der sich unmittelbar vor dem Jugendzentrum befindet, präsent – und das bei jedem Wetter und auch abends. Es war uns wichtig, den Kindern und Jugendlichen sowie den Anrainer:innen die Situation zu erläutern. Eine wichtige Tätigkeit für das Gemeinwesen, da wir unter anderem Räume vermieten, was nun vorübergehend nicht möglich war. Zudem bieten wir im Jugendzentrum Nachhilfe an, die nun in die Berufsschule direkt über uns ausgelagert wurde.
Ab Dezember bekamen wir von unseren Kolleg:innen der Organisationsabteilung des Vereins jede Woche mittwochs einen Anhänger zur Verfügung gestellt. Die Lieferung enthielt Veranstaltungszelte sowie extra angeschaffte Zelt-Heizstrahler, die bei Temperaturen von bis zu minus 10 Grad essenziell waren. Zusätzlich bekamen wir noch diverse Spiele und Kreativmaterialien. Für viele Kinder wurden wir folglich am Mittwoch wieder zu einem Fixpunkt vor dem Abendessen, nur halt etwas anders: Das Jugi im Zelt.

Freitags etablierte sich das sogenannte Jugi im Bus. Unsere Kolleg:innen der Mobilen Jugendarbeit 19 KMH borgten uns ihren Sprinterbus, mit dem sie im Sommer vor allem Streetwork-Aktionen durchführen. Für unser Team war es die Möglichkeit, der Zielgruppe einen warmen Platz anzubieten und in den Austausch zu kommen bzw. zu bleiben.
An den Samstagen konnten wir den Turnsaal in der angrenzenden Berufsschule für zwei Stunden nutzen, machten Ausflüge und gingen immer wieder mal auch in das neue Kebap-Restaurant im Grätzl, wo immer viele Jugendliche anzutreffen waren. Vorrangig zur Nahrungsaufnahme, dennoch brachte uns dieser Ort als Treffpunkt wertvolle Kontakte.
Digitale Jugendarbeit im Fokus
Eine weitere Gelegenheit, die wir nutzten, war eine Neuaufstellung unserer digitalen Jugendarbeit. Für Monitoring und Recherche für Onlinebeiträge hatten wir nun Raum und Zeit. Aber vor allem unsere Sessions auf TikTok-Live erfreuten sich großer Beliebtheit. Zu unserer Überraschung sahen uns viele Menschen zu und interagierten auch via Chatfunktion mit uns. Lustige Spiele, Zeichenübungen und Updates zur Renovierung wurden zu einem wöchentlichen Fixpunkt.

Ebenfalls neu war für uns die Möglichkeit, in anderen Einrichtungen des Vereins mitzuarbeiten, vorrangig in der Donaustadt. Dieser Winter war nämlich seit langem wieder mal richtig kalt. Bei Minusgraden und kaum Sonne war der ACTiN-Park verständlicherweise nicht sehr attraktiv für junge Menschen. Daher mussten wir uns etwas überlegen. Die Arbeit in den anderen Jugendzentren bot neben neuen Inspirationen und Impulsen eine weitere Möglichkeit, um mit unserer Zielgruppe in Kontakt zu bleiben. Die Jugendlichen sind sehr mobil und deshalb im ganzen Bezirk anzutreffen.
Das war sie also – unsere nicht geplante Schließzeit im Winter. Und auch wenn es für alle Beteiligten oft fordernd und ungewohnt war, so können wir doch einiges Positives daraus für die Zukunft mitnehmen. Wir freuen uns jedenfalls schon wieder auf viele schöne Betriebe im frisch renovierten Jugendzentrum Hirschstetten.
Geri Baumgartlinger, Jugendzentrum Hirschstetten
